Elisabeth Leonskaja

Die russische Pianistin Elisabeth Leonskaja wurde am 23. November 1945 in Tiflis (Tbilissi), der Hauptstadt der damaligen Sowjetrepublik Georgien, geboren. Sie fing mit sieben Jahren an, Klavier zu spielen, was sie als ganz normal für ein sowjetisches Kind bezeichnet. Der Impuls kam von ihrer jüdischen Mutter, die Gesang und Klavier studiert hatte.


Die Pianistin war ein Wunderkind, das schon mit elf Jahren erste Konzerte gab. Elisabeth Leonskaja gehört klar zur russischen Pianistenschule. Sie studierte bei Jacob Milstein am Moskauer Konservatorium. Dort traf sie auf herausragende Künstler wie die Pianisten Swjatoslaw Richter, Emil Gilels, den Geiger David Oistrach und den Dirigenten Kyrill Kondraschin, die sie natürlich nicht nur als Lehrer erlebte, sondern am Abend zudem als Künstler auf der Bühne bewundern konnte. Noch als Studentin gewann Elisabeth Leonskaja Preise bei den George Enescu-, Marguerite Long- und Queen Elisabeth-Klavierwettbewerben.


Über ihren damaligen Mann, den Geiger Oleg Kagan, lernte sie in Moskau noch als Studentin Swjatoslaw Richter kennen. Dieser erkannte ihr Talent und wurde zu ihrem Förderer. Doch dann durfte sie nach Wien ausreisen, und das bereits geplante Konzert mit Richter konnte sie erst dreizehn Jahre später nachholen. Sie blieben in Kontakt und besuchten einander oft. Sie bezeichnet den grossen Pianisten als bedeutenden Einfluss. Das kommt nicht von ungefähr, denn sie wurde zu seinem Duopartner. Die musikalische und persönliche Freundschaft mit Swjatoslaw Richter hielt bis zu dessen Tod 1997. Mit ihm teilt sie das bescheidene, zurückhaltende Wesen. Sie ist kein Showstar, sondern eine Künstlerin ohne Allüren.


Seit 1978 lebt Elisabeth Leonskaja in Wien. Dort hatte sie zuvor bereits dreimal konzertiert. Zudem hatte sie in der Schule deutsch gelernt. Als Russin mit einer jüdischen Mutter dachte sie daran, über Wien nach Israel zu gehen, doch blieb sie in der österreichischen Hauptstadt hängen.


Die Pianistin wurde im Westen schlagartig durch ihren bemerkenswerten Auftritt bei den Salzburger Festspielen 1979 bekannt. Seither trat sie mit fast allen führenden Orchestern der Welt auf, darunter dem New York Philharmonic Orchestra, dem BBC Orchestra London, dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Leipziger Gewandhausorchester, etc. Sie arbeitete mit vielen bedeutenden Dirigenten, darunter Kurt Masur, Sir Colin Davis, Christoph Eschenbach, Christoph von Dohnany, Mariss Jansons und anderen. Bemerkenswert waren ihre Klavierduette mit Swjatoslaw Richter. Elisabeth Leonskaja trat und tritt regelmässig als Kammermusikerin auf, so mit dem Alban Berg Quartett, dem Emerson Quartett, dem Borodin Quartett und dem Artemis Quartett. Die Pianistin war unter anderen bei den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen, dem Lucerne Festival, vielen anderen Festivals sowie in den meisten grossen Konzertsälen dieser Welt zu Gast.

InstrumentalsolistIn
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